Ton in Worte fassen

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(Foto: Mikael Altemark)

(Foto: Mikael Altemark)

Für meine Bachelor-Thesis habe ich den Plan, ein mir sehr lieb gewordenes Radioformat aus den USA zu analysieren: Radiolab vermittelt wissenschaftliche Themen auf eine Art und Weise, die mir bis dahin noch gar nicht untergekommen war: Unterhaltsam, verständlich, dialogisch & künstlerisch.

Das Besondere dabei ist meiner Meinung nach die Machart: Alles fließt. Anstatt in den Moderationen lediglich den nächsten Beitrag anzusagen, unterhalten sich Jab Abumrad und Robert Krulwich über die Themen. Sie bauen ihre Moderationen in Geschichten ein, erzählen sie selbst. Sie sprechen über Zeit und Raum hinweg mit ihren Autoren. Die haben die Stücke aber schon vor der Sendung fertig gehabt. Sound wird kreativ eingesetzt, um Stimmungen zu illustrieren, zu unterstützen – oder sie zu konter-karrieren. Ja, in der Show werden Sounds eingesetzt, die nicht nur aus Jingles und schnöden Station-Einspielern bestehen. Musik wird als Gestaltungselement, nicht als Pausenfüller eingesetzt. Und dabei dauern die folgen jeweils etwa 60 Minuten. Und man (ich) schaltet nicht ab, bleibt am Ball, hört nicht weg – die Floskeln könnte ich noch ein wenig weiter fortsetzen.

Methodenklabauterei

Leicht zu merken – ich bin sehr vernarrt in diese Sendung. Mein Problem ist: Ich verstehe nicht, wie sie funktioniert. Klar, erfahrene Radiomacher, kreative Sounddesigner. Aber das gibt es in Deutschland auch, und zwar nicht zu wenige. Trotzdem sucht das Format hierzulande seinesgleichen vergebens. Mit der Arbeit will ich herausfinden, wie die Episoden aufgebaut sind – ob es eine Darstellungsform ist, die es in Deutschland (noch) nicht gibt. Ich will verstehen, wie die beiden Moderatoren sprechen, planen und bauen.

Fehlt nur noch das richtige Methodenset, um den Ton in Worte zu fassen, den ich da höre. Und das am besten fernab von Schallwellen, Pegeln und Frequenzen … Standardwerke gibt es dafür noch nicht, wie ich gehört habe. Schade eigentlich.

Ich werde versuchen, in (un-)regelmäßigen Abständen über meine Arbeit zu schreiben. Anregungen, Methodenvorschläge sind immer gern willkommen.

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