Tell me a story …

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Manchmal braucht es im Radio gar keine Journalisten. Manchmal reicht es, eine Geschichte zu haben – und die Person, die sie erzählt. Die besten Beispiele dafür sind meiner Meinung nach die Podcasts The Moth und The Story Collider. Hier werden regelmäßig Menschen gesendet, die ihre eigenen, wahren Geschichten erzählen.

George Dawes Green hat "The Moth" als Storytelling-Organisation 1997 gegründet. (Foto: Denise Ofelia Mangen)

George Dawes Green hat “The Moth” als Storytelling-Organisation 1997 gegründet. (Foto: Denise Ofelia Mangen)

Ein wunderbares Beispiel dafür ist die Geschichte “Wall of Sound” von Piper Kerman, die über ihre Zeit im Gefängnis berichtet und welche Rolle das Radio für sie dabei gespielt hat (zweite Story im Player):

Korrigiert mich bitte, wenn ich mich irre, aber in Deutschland haben wir zwar Poetry Slams aber nur selten bis nie Story Slams. Das sollten wir schleunigst ändern. Ich bin mir sicher, dass jeder Mensch mindestens eine Geschichte hat, die es zu hören gilt.  The Moth bietet Storytelling-Workshops an … wie cool wäre das, wir würden so etwas auch haben!

Zum Schluss noch einer meiner Favoriten … “I’m a fucking neuroscientist!”


Natürlich ersetzt Storytelling keine Journalisten – ganz im Gegenteil. Gerade da gibt es bei uns noch so viel zu tun, auch wenn “Storytelling” als Modewort vielleicht schon überall bekannt ist. Egal, ob Audio, Video oder Text – ich glaube, da gibt noch sehr viele Möglichkeiten und Chancen.

2 thoughts on “Tell me a story …

  1. max

    Hey Tom,

    dieses Story-Collider Ding, findest du das ist ein gelungenes Beispiel für Storytelling? Der Herr spricht gelangweilt darüber, wie er versehentlich zum Neurowissenschaftler werden sollte. Das aber irgendwie doof fand und dann was anderes gemacht hat. Und dann doch wieder Wissenschaftler werden wollte. Und dabei flucht. Wo ist die Story?

    Auf der Suche,

    Max

    • Hi Max,
      ich denke, da kommt es darauf an, worauf man den Fokus legt. Vielleicht müsste man The Moth und Story Collider eher “personal story-telling” nennen. Da geht es ja um sehr subjektive Erlebnisse und nicht die großartig investigative, journalistisch aufgearbeitete Story.

      Ich würde es trotzdem auf alle Fälle zum Storytelling, Geschichten erzählen, zählen – sei es jetzt persönlich, journalistisch oder sonstwie. Im Beispiel liegt der Kern ja dabei, dass der Herr selbst erst gar nicht wusste, was er will und dann die eigentlich verborgene Leidenschaft über die “Ratio” gewonnen hat. Auch wenn die Geschichte vielleicht kein “glattes” und perfekt ausgeführtes Beispiel ist. Aber auch das kann man wieder für die Beschreibung gebrauchen: Man stößt sich daran und fühlt sich provoziert.

      Überzeugt dich das ein bisschen?

      Gruß,
      Tom

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